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Unersättliche Nacktschnecken können richtige Spielverderber im Garten sein. Vor allem
im Frühjahr, wenn man sehnsüchtig dem Neuaustrieb der Stauden und Blumenzwiebeln entgegenfiebert,
leisten Schnecken bei entsprechend feuchten Standortbedingungen schon in einer Nacht ganze Arbeit.
Junge Hosta sind durchlöchert und legen diesen Schrotschuss-Look bis zum Herbst nicht ab. Andere
Stauden wie Campanula werden komplett abgefressen und können sogar absterben.
Insbesondere die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie unterschiedlich stark die Schneckeninvasion
ausfallen kann. Mit dem besonders regenreichen Frühjahr 2001 fiel eine ganze Schneckenarmada über
die Gärten her. Ein Jahr später fiel das Frühjahr, nach einem langen und harten Winter,
bedeutend trockener aus. Die Folge war ein deutlich geringerer Fraßdruck. Allerdings brachte
dann der Sommer noch die eine oder andere Schneckenüberraschung. Denn Schnecken kennen keine
festen Paarungszeiten. Sie mehren sich rund ums Jahr. Ungewöhnlich ist auch die Lebensrhythmik
der immerhungrigen Schädlinge. Schnecken sind eigentlich bewegungsscheu. Wissenschaftliche Videoaufnahmen
aus England belegen, dass Schnecken nur 4 % ihres Tagwerkes zum Fressen nutzen. 68 % der Zeit ruhen
sie sich aus, 27 % sind sie auf Achse. Dabei können sie 10 m am Tag schaffen. Dieser Aufwand
reicht allerdings aus, um Blumenbeete dem Erde gleichzumachen.
Wir, Ihre GartenBaumschule, möchten Ihnen gerne einige Erfolgsrezepte nennen, mit denen Sie
gegen die gefräßigen Gartengäste ankämpfen können.
Schneckenzäune: Sie sind, bei richtiger Installation, eine sichere Abriegelung gegenüber
Schnecken. Es gibt spezielle Ausführungen aus Kunststoff, Metall oder Holz, die alle nach dem
gleichen Abwehrschema ausgestaltet sind. Durch nach außen abgewinkelte Außenkanten können
die Schnecken diese Hindernissse nicht überwinden. Tiere, die sich noch in der neu abgesperrten
Zone befinden, müssen natürlich durch andere Methoden beseitigt werden.
Schneckenfeindlicher
Untergrund:
Schnecken bestehen zu 85 % aus Wasser und können sich nur auf entsprechend glatten, feuchten
Untergründen fortbewegen. Ein rauer Bodenbelag aus Sand, Sägemehl, Pinienmulch, spitzen
Steinchen oder Gesteinsmehl erschwert ihnen die Fortbewegung kolossal.
Nützlinge fördern: Auch Schnecken haben natürliche Feinde. Viele Vogelarten
und vor allem der Igel sind unerbittliche Schneckenjäger. Bieten Sie beispielsweise letzteren
Unterschlüpfe in Form von Asthaufen im Garten.
Wer einen größeren Garten hat, sollte
sich vielleicht sogar mit der Anschaffung chinesischer Laufenten auseinandersetzen. In vielen Baumschulen
werden sie bereits als Schneckenjäger eingesetzt.
Sie lieben Schnecken als Delikatesse.
Bierfallen: Ein heute schon klassisches Bekämpfungsmittel sind Bierfallen. Graben Sie
leere Plastikbecher außerhalb der Beete ebenerdig in den Boden ein. Füllen Sie die Becher
mit Bier. Entleeren Sie die Becher regelmäßig und füllen Sie sie auf. Sie haben mit
der Bierfalle im Februar und März die besten Erfolge, wenn die Tiere hungrig sind und das Nahrungsangebot
im Garten noch dürftig ist. Später im Jahr lassen Schnecken das Bier oft links liegen und
laben sich lieber am Blattwerk.
Pflanzenbarrieren: Minihecken bzw. eine flächige Bepflanzung aus Weißklee, Gartenkresse
oder Gelbsenf werden von Nacktschnecken als unappetitlich eingestuft und gemieden. Auch der Duft
von Knoblauch und Rosmarin hält Schnecken von Beeten fern.
Eigelege ausheben: Schnecken pflanzen sich den ganzen Sommer über fort. Jedes Tier
kann bis zu 400 Eier ablegen. Dies geschieht meist häufchenweise. Falls Sie kleine weißen,
düngekorngroßen Kügelchen im Garten entdecken, handelt es sich wahrscheinlich um
Schneckeneier. Vernichten Sie die Eier, damit schwächen Sie die Folgegenerationen. Durch das
Auflegen von Brettern können Sie sogar die Wahl der Gelegeplätze steuern. Für Nacktschnecken
und ihre Brut lohnen sich solche Unterschlupffallen. Einfach kochendes Wasser über die Gelege
gießen und schon haben Sie der Vogelwelt ein gefundenes Fressen aufbereitet.
Schneckenkorn: Bewährtes Bekämpfungsgift auf natürlicher Basis, das Nützlinge
und Haustiere schont. Achten Sie unbedingt auf die Packungshinweise zum Ausbringen der Körner.
Stark gefährdete Pflanzen: Bechermalve (Lavathera), Brennende Liebe (Lychnis), Chrysantheme,
Eisenhut, Fetthenne (Sedum spectabile), Glockenblumen, Indianernessel (Monarda), Katzenminze, Kreuzkraut
(Ligularia), Nelkenwurz (Geum), Ochsenzunge (Anchusa), Rittersporn, Salbei, Sonnenblume, Türkenmohn
(Papaver).
Wenig gefährdete Pflanzen: Akelei, Astilbe, Christrose, Dachwurz (Sempervivum), Farne,
Gelenkblume (Physostegia), Heiligenkraut, Lavendel, Coreopsis, Pfingstrose, Phlox, Silberkerze (Cimicifuga),
Sonnenbraut (Helenium), Sterndolde (Astrantia), Thymian.
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